SRMA – Ein Kämpfer auf vier Pfoten
oder: Warum ein Hund namens Hund nicht aufgibt
Epilog
SRMA – auch bekannt als Meningitis – tritt bei jungen Hunden leider häufiger auf, als viele vermuten. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, ist sie in der Regel gut behandelbar. Doch genau hier liegt das große Problem: Die Symptome werden oft nicht sofort erkannt – weder von Haltern noch von Tierärzten. Fehlinterpretationen führen zu falschen Diagnosen, und damit zu Behandlungen, die nichts mit der eigentlichen Ursache zu tun haben. Während Symptome bekämpft werden, die gar nicht das wahre Problem sind, leidet der Hund weiter. Still. Tapfer. Und oft viel zu lange.
Genau deshalb ist es für mich – als unmittelbar Betroffener – eine echte Herzensangelegenheit, über diese Erkrankung zu sprechen. Aufzuklären. Hinzuschauen. Bewusstsein zu schaffen. Denn Wissen kann Leid verkürzen – und manchmal sogar Leben retten. Dem Thema SRMA habe ich zudem einen eigenen, separaten Blog innerhalb meines Blog-Buchs gewidmet, um Raum für Tiefe und Verständnis zu schaffen.
Als Halter und professioneller Hundetrainer nehme ich Euch mit auf unseren Weg. Ich schildere die Ereignisse Tag für Tag, ehrlich und ungefiltert. Es ist der Leidensweg meines Hundes – erzählt aus nächster Nähe, mit all den Zweifeln, der Angst, der Hoffnung und den Momenten, in denen einem das Herz schwer wird.
Warum auch Naturheilkunde und Astrologie in diesem Prozess eine wertvolle Rolle spielen können, erfährst Du ebenfalls in diesem Artikel. Keine Sorge – es wird nicht zu esoterisch. Doch manchmal eröffnen alternative Perspektiven einen tieferen Zugang zum Verstehen. Wenn Du die Geschichte meines Hundes vorab aus astrologischer Sicht erkunden möchtest, findest Du sie hier: katharinahille.de
Hund heißt Hund
Unser Hund heißt Hund. Geboren wurde er am 26. April 2023. Sein vollständiger Name lautet „Hund von Juniper Hill.“ Warum er Hund heißt – und was es mit Juniper Hill auf sich hat – ist eine ganz eigene Geschichte. Eine, die ich an anderer Stelle erzählen werde. Heute jedoch geht es um etwas anderes.
Heute geht es um Krankheit. Um Angst. Um Hoffnung. Und um Hunds Leidensweg.
Wie alles begann
Seine Geschichte – und damit auch unsere – begann im Sommer 2023 mit einem harmlosen Gedanken:
„Nur mal schauen.“
Doch um zu verstehen, wie sehr sich dieses „nur mal schauen“ in unser Leben eingebrannt hat, muss ich ein wenig weiter ausholen.
Wir – das sind meine Frau Claudia und ich, Sascha. Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Hunde waren immer da. Und für mich war immer klar: Irgendwann wird es einen eigenen Hund geben. Doch das Leben hatte andere Pläne. Beruflich war es mir lange Zeit schlicht nicht möglich. Ich hätte dem Tier nicht gerecht werden können – und das war keine Option.
So vergingen fast dreißig Jahre, eine Hochzeit, eine Pandemie und der Schritt in die Selbstständigkeit. Und irgendwann – endlich – war der Moment gekommen, einer treuen Seele ein Zuhause zu schenken. Die Rasse stand übrigens genauso lange fest. Seit dreißig Jahren. Ohne Zweifel. Ein Deutscher Pinscher muss es werden.
Meine Frau sah mich nur an und fragte: „Bist du dir da sicher? Das ist keine Anfängerrasse.“
Ich winkte ab. Ach klar. Die Rasse ist toll – und selbstverständlich auch familientauglich, gerade im Umgang mit Kindern. Und falls es doch einmal schwierig werden sollte, müsse man dem Hund eben nur zeigen, wer der Herr im Haus ist.
So einfach. So logisch. So herrlich naiv.
Schließlich hatte man mir das in den 90er-Jahren genau so beigebracht.
Wie sich später noch herausstellen sollte, war ich in Sachen Hundeerziehung nicht nur unbedarft – ich war ein lebendes Lehrbuch dafür, wie man es besser nicht macht.
Ein Züchter in der Nähe war schnell gefunden. Ein Termin ebenso. Und plötzlich standen wir in einem fremden Garten, vor einem Gehege – und blickten auf vier Deutscher Pinscher Welpen. Einer trug ein rotes Halsband, einer ein grünes, einer ein blaues und einer ein gelbes.
Rot und Grün sind schon vergeben, hieß es. Gelb und Blau wären noch frei.
Rot und Grün waren laut, wild, überschwänglich. Sie sprangen am Gehege hoch, buhlten um Aufmerksamkeit – nur um sie Sekunden später wieder zu verlieren.
Der Blaue lag abseits. Still. Zufrieden. Er beschäftigte sich lieber mit seinem Spielzeug als mit uns.
Und dann war da der Gelbe. Er kam langsam näher. Blickte uns direkt in die Augen. Und streckte seine kleinen Vorderbeinchen aus, als wollte er sagen: „Nehmt mich hoch.“ Vielleicht waren es zehn Sekunden. Vielleicht weniger. Und aus „Wir schauen nur mal“ wurde: „Es wird wohl der Gelbe.“
Als wir uns schließlich zu den Welpen ins Gehege setzten, kamen alle vier, um uns zu prüfen. Der Blaue zog sich bald wieder zurück. Rot und Grün verfielen erneut in ihren Tobemodus.
Nur der Gelbe blieb. Er leckte uns abwechselnd über die Nase, ließ sich hochheben – und machte es sich schließlich direkt zwischen uns bequem. Dann schloss er die Augen. Und schlief ein.
Aus „Es wird wohl der Gelbe“ wurde: „Der Gelbe ist es.“
Plötzlich drehte sich alles nur noch um Hund. Körbchen. Leinen. Näpfe. Spielzeug. Welches Futter ist das richtige? Welcher Tierarzt? Welche Hundeschule? Welche Versicherungen? Und wie, um alles in der Welt, zäunt man eigentlich einen Garten richtig ein?
Dann kam der große Tag: der Einzug. Schon auf der Autofahrt wurde klar: Dieser Hund hatte seine ganz eigenen Regeln. Und er würde uns das in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder – sehr deutlich – zeigen.
Die Gruppenstunden in der Hundeschule waren nett. Freundlich. Gut gemeint. Und trotzdem fühlte sich irgendetwas falsch an. Methoden wurden vorgeführt, aber nicht erklärt. Fragen gestellt – und elegant umschifft. „Dafür müsst ihr ins Einzeltraining“, hieß es dann. Ein Satz, der erstaunlich oft fiel.
Sehr schnell wurde mir jedoch etwas schmerzhaft klar: Hätte ich auf die altbackenen Methoden aus den 90ern zurückgegriffen, hätte ich genau eines erreicht – dass mein Hund Angst vor mir gehabt hätte. Und ganz ehrlich: Ein Hund, der funktioniert, weil er sich fürchtet, war nie der Hund, den ich an meiner Seite haben wollte.
Also musste das Internet her. Man liest hier, man liest dort. Jeder weiß es besser. Man soll dieses tun, jenes lassen, irgendwelche Mittelchen kaufen, damit der Hund ruhiger wird, angepasster, einfacher. Und genau da begann etwas in mir zu wachsen.
Ein Gedanke. Eine alte Spinnerei, die ich vor dreißig Jahren schon einmal hatte.
Du wirst Hundetrainer.
Und so entstanden sie: die „herz piraten“.
Und nun zur eigentlichen Geschichte
Am 13. Februar 2024 zeigte Hund – gerade einmal 9,5 Monate alt – die ersten Symptome. Er war apathisch, fraß kaum, hatte Durchfall und fühlte sich alarmierend heiß an. Als er schließlich zitternd auf dem Boden lag, war eines schlagartig klar: Das ist kein „Das wird schon wieder.“
Bei unserer Haustierärztin folgte zunächst eine Diagnose, die noch überschaubar erschien. Grippale Symptome, Husten mit auffälligen Lungengeräuschen, hohes Fieber von 40,5 °C – dazu ein Giardienbefall.
Nichts, was man nicht behandeln könnte. Dachten wir.
Die Therapie war entsprechend umfangreich: Metamizol zur Schmerz- und Fiebersenkung, Amoxiclav als Antibiotikum, ReboPulmo Vet zur Unterstützung der Atemwege und des Immunsystems, Panacur gegen die Giardien sowie Enterokur Pro zur Stabilisierung der Darmflora.
Der arme Hund – nun medikamentös bestens versorgt – durfte wieder nach Hause. Und tatsächlich: Es schien aufwärtszugehen. Das Fieber senkte sich. Er trank. Er fraß am Abend mit Appetit. Und die Nacht verlief ruhig.
Hoffnung keimte auf.
Hoffnung – und ihr jäher Absturz
Doch diese Hoffnung hielt nicht lange. Bereits am Nachmittag des 14. Februar 2024 verschlechterte sich sein Zustand erneut. Er verweigerte Futter und Wasser, zeigte deutliche Schmerzen. Auf Anweisung der Tierärztin erhielt er nochmals Schmerzmittel. Es half – zumindest so weit, dass es ihm bis zum nächsten Morgen scheinbar etwas besser ging.
Am Morgen des 15. Februar 2024 kam der erste echte Schock. Gegen 9:00 Uhr knickten Hund plötzlich die Hinterläufe weg. Er kam nicht mehr richtig hoch, robbte panisch über den Boden, bis er es irgendwie schaffte, wieder zu stehen. Wir fuhren sofort zur Haustierärztin. Doch da er sich rasch wieder stabilisierte und die Ärztin gerade im OP war, wurden wir zunächst nach Hause geschickt.
Bis 11:00 Uhr schien alles ruhig. Dann brach Hund beim Hochspringen auf die Couch plötzlich komplett zusammen. In den Armen meiner Frau verkrampfte sich sein Körper. Er bäumte und streckte sich zugleich, als würde er gegen etwas Unsichtbares ankämpfen. Unkontrolliert setzte er Kot und Urin ab. Er hechelte, war kurzzeitig nicht ansprechbar. Seine Augen waren weit aufgerissen – pure Panik in seinem kleinen Gesicht.
In diesem Moment dachte meine Frau, unser Hund stirbt in ihren Armen, und rief panisch nach mir.
Nach einer gefühlten Ewigkeit stabilisierte er sich leicht. Doch sein Gang war steif, unsicher, ataktisch. Nichts an ihm wirkte mehr normal. Da unsere Haustierärztin nicht erreichbar war, fuhren wir sofort in die nächstgelegene Notfallpraxis.
Dort zeigte Hund eine massive Nackensteifigkeit. Er konnte kaum noch laufen, speichelte stark und hatte permanenten Nasenausfluss.
Die Tierärztin äußerte den Verdacht auf eine neurologische Erkrankung – und handelte ohne zu zögern. Mit einer Überweisung im Eiltempo schickte sie uns weiter in die AniCura Tierklinik im Neandertal.
Und genau diese Entscheidung rettete unserem Liebling das Leben
Kampf um Minuten
In der Klinik wurden wir sofort aufgenommen. Keine Wartezeit. Keine überflüssigen Fragen. Hund bekam umgehend einen venösen Zugang, Blut wurde abgenommen. Während wir noch mit der Ärztin sprachen, geschah das Unfassbare: Blut trat in seine Augen ein und färbte sie rot. Dann entstand eine beunruhigende Stille – Hund hörte auf zu hecheln. Sekunden später kollabierte er und blieb regungslos liegen.
Für einen kurzen, schrecklichen Moment blieben unsere Herzen stehen.
Wir dachten, unser Hund ist tot.
Ab diesem Augenblick ging alles rasend schnell. Das Klinikpersonal schaltete augenblicklich in den Notfallmodus – ruhig, konzentriert, präzise, wie ein perfekt geöltes Uhrwerk. Hund wurde sofort narkotisiert, direkt ins MRT gebracht, anschließend folgte eine Lumbalpunktion(1).
All das geschah wie hinter einem Schleier aus dumpfem Nebel. Wir funktionierten nur noch. Und dann mussten wir unseren kleinen Kerl zurücklassen. Mit schwerem Herzen fuhren wir nach Hause. Zurück blieb ein lähmendes Gefühl von Ohnmacht. Die Stunden des Wartens zogen sich endlos hin, dehnten sich aus, als hätten sie beschlossen, nie wieder zu vergehen. Minuten fühlten sich an wie Tage. Gegen 19:00 Uhr klingelte das Telefon. Die behandelnde Neurologin war dran.
Die Diagnose
- SRMA (2) (Steroid-responsive Meningitis-Arteriitis)
Eine sterile, eitrige Entzündung der Hirnhäute und Gefäße,
verursacht durch das eigene Immunsystem. - Perakute Blutung im Bereich der HWS auf Höhe HWK 6/7 (3)
Eine Einblutung in die Halswirbelsäule auf Höhe des
Halswirbelkörpers 6/7. - Tetraparese (4)
Eine Teillähmung aller vier Extremitäten. - Beidseitige okuläre Blutung (5)
Eine Einblutung in die Augen. - CRP bei 9,8 mg/dl (6)
Massiv erhöht (Norm < 1,0 mg/dl) und deutet auf eine aktive Entzündung oder Infektion hin.
Kurz gesagt: Eine schwere Hirnhautentzündung. Ein massiv erhöhter Entzündungswert. Blutungen in beiden Augen mit dem Risiko der Erblindung. Eine Blutung in der Halswirbelsäule, die Nerven schädigen und zu einer vollständigen Lähmung führen kann.
Ein Zustand, der jederzeit hätte tödlich enden können. Ohne wirklich zu begreifen, was all das bedeutete, fuhren wir noch einmal in die Klinik. Wir brachten ihm Dinge mit, die nach Zuhause rochen. Seine Decke. Sein Lieblingskuscheltier. Etwas von uns.
Besuchen durften wir ihn nicht. Zu viel Aufregung hätte ihm geschadet. Was er jetzt brauchte, war Ruhe. Absolute Ruhe.
Auf der Heimfahrt sprach keiner von uns ein Wort.
Nur ein Gedanke war da: Bitte übersteh diese Nacht
Zweifel, Angst und ein Versprechen
Zuhause brachen wir in Tränen aus. Es war so still. Kein Pfötchengetrappel. Kein ungeduldiges Fiepen unseres kleinen Beschwerbären, wenn das Futter nicht schnell genug bereitstand oder irgendetwas anderes nicht nach seinem Zeitplan lief.
Unsere Nachbarin Astrid kam vorbei – mit Hunds bester Freundin Eli, einer blinden Hündin. Als Heilpraktikerin hatte sie sofort eine Ferndiagnose über ein Bioresonanzverfahren angestoßen, ebenso eine Fernheilung. Was das genau bedeutete, wussten wir nicht. Und ehrlich gesagt spielte es in diesem Moment auch keine Rolle.
Was uns jedoch erschütterte: Ihre Einschätzung spiegelte die Diagnose aus der Klinik erstaunlich genau wider. Sie erklärte sogar, warum es zum Ausbruch der Krankheit gekommen war – obwohl sie weder Einzelheiten kannte noch zu diesem Zeitpunkt von der Klinikdiagnose wusste.
Meine Frau und ich sahen uns an. Uns lief ein kalter Schauer über den Rücken. Ein halbes Jahr später sollte sich dieses Gefühl noch einmal wiederholen – diesmal nicht aus naturheilkundlicher, sondern aus astrologischer Sicht.
Als wir wieder allein waren, begannen die Gedanken zu kreisen. Immer wieder dieselben Fragen:
- Warum ausgerechnet er?
- Hätten wir etwas anders machen können?
- Hätten wir früher reagieren müssen?
Erschöpft, ausgelaugt und voller Selbstzweifel gingen wir schließlich ins Bett. Doch selbst der Schlaf brachte keine Ruhe. Unsere Gedanken fanden keinen Halt. Sie kreisten um unseren noch so jungen Hund, der allein in der Klinik lag, angeschlossen an Maschinen, überwacht von Fremden – und kämpfte.
Fragen tauchten auf, eine nach der anderen:
- Wird er erblinden – und was würde das für ihn bedeuten?
- Wird er jemals wieder laufen können?
- Können wir mit einer vollständigen Lähmung umgehen?
- Was kostet eigentlich ein Hunderollstuhl?
- Wie können wir ihn zu Hause bestmöglich unterstützen?
- Gibt es eine gute Hundephysiopraxis in der Nähe?
- Und dann – die schlimmste aller Fragen: Müssen wir ihn vielleicht gehen lassen?
Wir kannten die Antworten nicht.
Aber eines wussten wir ganz sicher: Solange unser Hund kämpft, kämpfen wir mit ihm. Wir stehen an seiner Seite. Er bekommt alles, was er braucht, um gesund zu werden und ein hundewürdiges Leben führen zu können – egal, was es kostet, egal, was es uns abverlangt.
Und sollte sein kleiner Körper irgendwann nicht mehr können, würden wir ihn auch auf diesem letzten Weg begleiten. Bis zum Schluss. Ohne ihn allein zu lassen.
Mit diesem Versprechen fanden wir wenigstens ein kleines bisschen Schlaf.
Ein Wunder in kleinen Schritten
oder: Was für ein großer Kämpfer – unser kleiner Held
Am Freitag, den 16. Februar 2024, gegen 11:00 Uhr, rief uns die Klinik an. Es ging unserem Hund den Umständen entsprechend gut. Die Therapie zeigte Wirkung, die Blutungen in den Augen gingen langsam zurück. Bewegen konnte er sich zwar noch nicht und musste regelmäßig umgelagert werden, doch mit Unterstützung trank und fraß er bereits selbstständig.
Und dann diese kleine, große Hoffnung: erste minimale Reaktionen in den Vorderpfötchen.
Vorerst – so sagte man uns – sei er über den Berg.
Am Samstag, den 17. Februar 2024, meldete sich die Klinik erneut, wieder gegen 11:00 Uhr. Die Hinterläufe zeigten leider noch keinerlei Reaktion, auch über Blase und Darm hatte er weiterhin keine Kontrolle. Er machte einfach unter sich. Der Katheter musste bleiben, ebenso das regelmäßige Waschen.
Doch auch an diesem Tag gab es Lichtblicke. Die Blutungen in den Augen nahmen weiter ab. Er begann, sich mit den Vorderbeinen hochzustemmen. Und er trank und fraß weiterhin selbstständig.
In diesem Moment wussten wir: Das hier ist ein Kämpfer. Einer, der noch lange nicht ans Aufgeben dachte.
Dieser Gedanke machte den Tag erträglicher – auch wenn wir ihn noch immer nicht besuchen durften. Die Klinik versprach, uns täglich zu informieren, sofern es keine Komplikationen gäbe. Am Samstagnachmittag meldete sich die Klinik erneut. Unsere Herzen machten einen kleinen Satz – oder rutschten uns kurz in die Hose.
Doch am anderen Ende der Leitung hieß es beruhigend: „Machen Sie sich keine Sorgen, Ihrem Hund geht es gut. Wir benötigen nur …“
Worum es ging, weiß ich heute nicht mehr genau. Irgendetwas Organisatorisches. Es spielte keine Rolle.
Hauptsache: unserem Hund ging es gut.
Der Samstag endete ohne weitere Zwischenfälle.
Am Sonntag, den 18. Februar 2024, klingelte das Telefon erneut gegen 11:00 Uhr. In der Nacht hatte unser Hund es tatsächlich geschafft, sich den Katheter selbst zu entfernen. Und dann die Nachricht, die uns den Atem stocken ließ: Das rechte Hinterpfötchen zeigte erstmals eine Reaktion auf Stimulation. Das linke Hinterpfötchen reagierte leider noch nicht. Aber: Er konnte sich nun mit den Vorderbeinen selbstständig in eine Sitzposition bringen.
Wow. Was für eine Nachricht.
Das bedeutete, dass die Blutung im Bereich der Halswirbelsäule weiter zurückging und die Nerven offenbar noch arbeiteten. Unser kleiner Held kämpfte – Schritt für Schritt, Pfote für Pfote – weiter. Offenbar hat er nicht nur einen Dickschädel, wenn es um Gehorsam geht, sondern auch, wenn es darum geht, wieder gesund zu werden.
Wenn Freude keine Grenze kennt
Am Montag, den 19. Februar 2024, blieb das Telefon um 11:00 Uhr stumm.
Auch um 11:15 Uhr – nichts. 11:30 Uhr – immer noch nichts.
11:45 Uhr. Ich sagte mir: Wenn die Klinik bis 12:00 Uhr nicht anruft, rufen wir selbst an.
Eine Minute vor zwölf klingelte schließlich das Telefon. Die Klinik entschuldigte sich für die Verzögerung. Die Ärzte hatten sich noch einmal intensiv über den Zustand und die weitere Behandlung unseres Hundes beraten müssen.
Und dann kam dieser Satz. Der Satz, der alles veränderte.
Wir können ihn heute Abend abholen. Aus ärztlicher Sicht bestehe keine Notwendigkeit für einen weiteren stationären Aufenthalt. Mit den Vorderbeinen könne er bereits mitlaufen, wenn man ihn hinten mithilfe eines Handtuchs unterstütze. Alles Weitere, so hieß es, würde man uns später persönlich erklären.
Wir waren sprachlos. Fassungslos. Unfähig, das eben Gehörte wirklich zu begreifen.
Und dann mischte sich schnell pure Freude darunter. Pure, ungezügelte Freude. Die Vorfreude darauf, unseren Hund – den wir fast verloren hätten – endlich wieder in die Arme schließen zu dürfen.
Die sieben Stunden bis zur Abholung zogen sich endlos hin. Jeder Blick auf die Uhr war eine kleine Qual. Doch dann war es endlich so weit. Kaum in der Klinik angekommen, wurden wir direkt ins Behandlungszimmer geführt. Die Freude, unseren kleinen Helden gleich wiederzusehen, wuchs ins Unermessliche – und gleichzeitig krochen leise Zweifel in unsere Gedanken: Wie wird er reagieren, wenn er uns sieht? Kann er sich bewegen? Ist er noch gelähmt? Geht es ihm wirklich gut genug, um nach Hause zu kommen?
Der Flur zum Behandlungszimmer schien kein Ende zu nehmen. Jeder Schritt war ein Countdown zu diesem einen Moment. Die Tür wurde geöffnet. Und da lag er.
Mit dem Rücken zu uns, auf einer weichen Unterlage, ruhig im „Platz“. Den Kopf leicht erhoben, den Blick auf den Arzt gerichtet, der ihm beruhigend zusprach. Dann wandte er den Kopf. Und sah uns an.
Was in diesem Augenblick geschah, lässt sich kaum in Worte fassen. Unglaube, Freude, Erleichterung, Fassungslosigkeit – alles gleichzeitig. Ein Moment, der die vier quälenden Tage zuvor augenblicklich verblassen ließ.
Als er unsere Stimmen hörte, schaute er uns zunächst nur an, fast verwundert, als müsste er erst begreifen, wer da vor ihm stand. Und dann – wie ein Licht, das angeknipst wird – leuchteten seine Augen auf. Er drehte sich ruckartig in unsere Richtung. Die Freude, die durch seinen kleinen Körper schoss, war überwältigend.
Es war nicht einfach Freude. Es war reine, ungefilterte Glückseligkeit. Liebe. Übermut.
Und dann geschah das Unglaubliche.
Er stand auf. Tatsächlich – er stand auf allen vier Pfoten.
Jetzt waren wir es, die nicht mehr begreifen konnten, was wir sahen. Unser Hund stand da, wedelte unbeholfen mit dem Schwanz, strahlte vor Lebensfreude und wollte auf uns zustürmen. Doch im nächsten Moment sackten ihm die Hinterbeinchen weg, und er fiel wieder auf den Boden.
Aber Aufgeben kam für ihn nicht infrage. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit robbte er – allein mit den Vorderpfoten – bäuchlings auf uns zu.
Wir setzten uns sofort auf den Boden und schlossen ihn in die Arme. Unser kleiner Kämpfer wusste gar nicht, wen er zuerst abschlecken sollte. Wir steckten die Köpfe zusammen und ließen seine feuchten Küsse einfach zu. Jeder einzelne fühlte sich an wie ein kleines Wunder.
Als sich die erste Aufregung gelegt hatte, fragte ich meine Frau leise: „Stand er gerade wirklich auf allen vier Pfoten und hat mit dem Schwanz gewedelt?“
Unter Tränen kam nur ein leises: „Ja. Das hat er.“
Aus dem Augenwinkel sah ich den Arzt, der grinsend auf seinem Stuhl saß und irgendetwas über den weiteren Genesungsprozess erklärte. Viel davon bekam ich nicht mit. Meine Gedanken hingen an diesem einen Bild: diesem unbeholfenen, tapferen Schwanzwedeln.
Denn genau dieses Wedeln bedeutete, dass die Nerven wieder bis in den Schwanz zündeten. Dass die Einblutung im Halswirbelkanal weiter zurückging. Dass sich die Nerven regenerierten. Und dass die Chancen, unseren Hund irgendwann wieder laufen, toben und springen zu sehen, mehr als gut standen.
Erschöpft, aber überglücklich lag Hund schließlich zwischen uns. Der Arzt erklärte uns noch einmal ruhig die letzten Tage, die weitere Behandlung sowie die Medikamente – Dosierungen, Zeiten, Abstände.
Logistik in der Hundepflege
oder: Wecker, Wecker und noch mehr Wecker
Völlig erschöpft und mit einem Rucksack voller Medikamente kamen wir schließlich zu Hause an. Bevor wir irgendetwas taten, gönnten wir uns ein paar Minuten Ruhe – und die mittlerweile kalten, schlammigen Burger. Unser kleiner Held bekam seine Nuggets und ein paar Pommes. Die hatte er sich redlich verdient und kaum hatte er sie verputzt, fiel er in einen tiefen Schlaf.
Es war inzwischen 22:30 Uhr, als wir begannen, das Lager für unseren tapferen Patienten vorzubereiten. Ein alter Teppich und sein Körbchen wurden sorgfältig mit Saugunterlagen ausgelegt. Für uns zogen wir die Couch aus und richteten sie her – wir stellten uns darauf ein, die kommenden Nächte im Wohnzimmer zu verbringen. In seiner Nähe. Immer einsatzbereit.
Da wir den Ausführungen des Arztes vor lauter Emotionen kaum hatten folgen können, lasen wir uns nun alles noch einmal in Ruhe durch. Befunde. Anweisungen. Medikamente. Viele Medikamente.
Also setzten wir uns hin und erstellten einen Medikamentenplan. Ein Medikament alle acht Stunden. Ein anderes immer kurz vor dem Futter. Und bei einem durfte weder zwei Stunden davor noch danach eine Medikation oder Futter erfolgen.
Was auf dem Papier logisch klang, entpuppte sich als kleine logistische Meisterleistung. Schnell wurde klar: Für die nächste unbestimmte Zeit bestimmten mehrere Wecker auf unseren Handys den Takt unseres Alltags – Tag und Nacht.
Noch schnell die letzte Tablette für diesen Tag, dann ab ins Bett.
Oder besser gesagt: auf die Couch.
Durch das Kortison und die Vielzahl an Medikamenten war der Harndrang unseres Hundes enorm. Er musste ständig pullern. Da er es noch nicht kontrollieren konnte – und es oft nicht einmal bemerkte –, lief alles einfach an ihm herunter und unter ihn.
So unangenehm das für ihn war, hatte es doch eine positive Seite: Er spürte, wenn er in seiner eigenen Pfütze lag. Er konnte fühlen. Ein gutes Zeichen. Doch für ihn war es sichtlich unangenehm, vielleicht sogar beschämend. Er wurde unruhig, versuchte verzweifelt, die Pfütze wegzulecken.
So verbrachten wir die erste Nacht damit, etwa alle 60 bis 90 Minuten aufzustehen.
Einer reinigte unseren Hund, der andere richtete sein Lager immer wieder frisch her.
Waren wir Erschöpft? Absolut.
Aber voller Hoffnung!
Großartig, mein Held – wir sind so stolz auf dich
Am nächsten Tag, Dienstag, den 20. Februar 2024, überraschte uns unser Hund erneut. Sein Frühstück bekam er noch auf seinem Krankenlager. Danach ging es direkt in den Garten.
Mit einer Tragehilfe als Unterstützung starteten wir den ersten „Spaziergang“. Noch tapsig, noch schwach in den Vorderbeinen und völlig unfähig, die Hinterläufe zum Laufen zu nutzen – und doch voller Willen.
Sein unbändiger Drang, voranzukommen, war nicht zu übersehen. So ging es den ganzen Tag weiter. Alle zwei Stunden musste der Kleine mit mir in den Garten. Dazwischen gab es von meiner Frau Massagen, Dehnungen und die liebevolle „Folter“ mit einem Igelball.
Es war Anstrengung pur – für ihn und für uns. Völlig erschöpft ging dieser Tag zu Ende und in dieser Nacht konnten wir tatsächlich alle durchschlafen.
Auch am zweiten Tag nach der Klinik, Mittwoch, den 21. Februar 2024, wartete eine Überraschung auf uns. Während ich noch das Frühstück für unseren Helden vorbereitete, stand er plötzlich hinter mir.
Wackelig.
Zitternd vor Anstrengung.
Aber er stand.
Er stand einfach da – genauso motiviert wie eh und je, mich anzutreiben, schneller zu machen und endlich mit dem Futter fertig zu werden.
„Schatz, komm schnell her, das musst du sehen!“, rief ich.
Meine Frau kam ins Wohnzimmer gerannt und blieb mit offenem Mund stehen – ungläubig über das, was sich in diesem Moment vor ihren Augen abspielte.
Unser kleiner Held blickte nun zwischen uns hin und her, und sein Drängen, endlich mit dem Futter fertig zu werden, wurde immer deutlicher.
Er fraß gierig, wackelig im Stehen. Schnell wurde klar: Eine erhöhte Futterbar musste her, um es ihm etwas leichter zu machen.
Auch diese Nacht verlief ruhig. Für die nächste Nacht beschlossen wir, wieder ins Schlafzimmer zu ziehen – zurück ins eigene Bett.
Am dritten Tag nach der Klinik, Donnerstag, den 22. Februar 2024, ging es erneut mit Tragehilfe in den Garten. Und natürlich ging es unserem Liebling nicht schnell genug.
Im nächsten Moment flutschte er mir einfach aus der Tragehilfe. Er setzte seine Pfoten auf den Boden. Machte die ersten Schritte – ganz allein. Und schaute mich völlig ungläubig an.
Im nächsten Augenblick hüpfte er voller Freude durch den Garten. Der Übermut holte ihn jedoch schnell ein. Mit ordentlich Schwung landete er auf dem Rücken, überschlug sich, rappelte sich sofort wieder auf, schüttelte sich einmal kräftig – und rannte, sprang und tobte einfach weiter.
Als der erste Schreck verflogen war, musste ich lachen und rief ihm hinterher:
„Du machst das so unfassbar gut, mein kleiner Kämpfer.“
Es ist eine unbeschreibliche Freude, diesen Kampfgeist zu sehen.
Zu erleben, wie ihn einfach nichts aufhält.
Trainingsmarathon für vier Pfoten
Bereits am vierten Tag nach der Klinik – Freitag, der 23. Februar 2025 – lief unser Hund kleine Strecken ganz ohne Hilfe. Uns war klar: Jetzt beginnt der nächste Abschnitt. Nicht weniger anstrengend, nur anders.
Also wagten wir uns an die ersten vorsichtigen Trainingseinheiten. Im Garten entstand kurzerhand ein Parcours. Verschiedene Untergründe, Paletten und Platten wurden zu Laufwegen, Balancierstationen und improvisierten Klettergerüsten. Nichts sah professionell aus – aber alles hatte einen Zweck.
Zu Hause wartete ein selbstgebautes Wackelbrett. Darunter ein Kissen, dessen Größe, Dicke und Füllung wir je nach Tagesform und Mut variieren konnten. Der Schwierigkeitsgrad stieg stetig – vermutlich schneller als uns lieb war, definitiv langsamer als ihm.
Wasser ist absolut nicht sein Element. Wirklich nicht. Und trotzdem musste er regelmäßig durch das Wasserlaufband. Dazu kamen Massagen, Dehn- und Lockerungsübungen. Begeisterung hielt sich in Grenzen – auf beiden Seiten.
Das Ziel all dessen war klar: Muskulatur aufbauen, Nervenbahnen aktivieren, Reize setzen. Wieder und immer wieder. Vom Kopf entlang über den Rücken, bis in die Pfötchen und die Schwanzspitze. Bewegung, Gefühl, Leben.
Auch bei späteren Gassirunden blieb Training Pflichtprogramm. Baumstämme wurden zu Hindernissen, Stahlgitter zu Mutproben, Schotter und Splitt zu sensorischen Abenteuern. Alles, was uns begegnete – oder uns einfiel – wurde kurzerhand in den Trainingsplan aufgenommen.
Ein ganzes Jahr lang gab es Medikamente. Nervige Übungen. Regelmäßige Kontrollen in der Klinik. Aber es gab auch Lichtblicke.
Manchmal reichte schon ein achtlos liegengelassener Ball, um daraus eine spontane Trainingseinheit zu machen – eine, die sogar Spaß machte. Und Leckerlis gab es reichlich.
Durch die Krankheit hatte er stark abgenommen, wog gerade einmal 13,5 Kilogramm. Also wurde nicht gespart: gutes Futter, viele Leckereien – und immer wieder etwas von Muttis gekochtem Essen.
Er bekam – und bekommt heute noch – immer etwas zum Probieren. Und ich glaube, ich darf behaupten: Am liebsten mag er Muttis Spaghetti Bolognese. Parmesan ist dabei selbstverständlich Pflicht.
Ein Versprechen bleibt bestehen
Unser Hund – ein Held, ein Kämpfer und ein Überlebenskünstler – gab nie auf und setzte immer wieder seinen Dickschädel durch (Stier mit Aszendent Wassermann – eine wahrlich fatale Kombination).
Er ist einfach zu stur um aufzugeben. Er ertrug jede Pille, die er schlucken musste, jede qualvolle Übung, kämpfte Tag für Tag gegen die Krankheit an und zeigte uns dabei immer wieder seinen unbändigen Lebenswillen.
Ein Jahr lang kämpften wir gemeinsam, Tag für Tag, an seiner Seite. Heute haben wir mit knapp 20 kg einen glücklichen und lebensfrohen Gefährten an unserer Seite – und ich glaube, das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Wir hielten unser Versprechen und werden es immer, denn dieses Versprechen gilt ein Leben lang.
Fazit
Hund wollte leben. Er stand. Er lief. Er fiel. Er stand wieder auf.
Hund ist kein Opfer. Hund ist ein Kämpfer.
Und manchmal heißt ein Held eben einfach nur „Hund“.
Schlusswort
Zuerst gilt mein tiefster Dank meiner Frau Claudia. Danke, dass du mich immer in meinem Tun bestärkst, immer hinter mir stehst und diesen Leidensweg gemeinsam mit mir gegangen bist. Gemeinsam mit unserem Hund haben wir diese Krankheit besiegt. Es gab kein Zögern, kein Abwägen, kein „Vielleicht später“, wenn es um Kosten, Training, Physiotherapie, Klinikaufenthalte oder sonstige Maßnahmen ging.
Danke, mein Schatz, dass du immer für mich und unseren Hund da bist!
Ich selbst hatte mit Naturheilkunde, Homöopathie, Esoterik oder Astrologie lange Zeit ungefähr so viel am Hut wie mit Einhörnern und Horoskopen aus der Fernsehzeitung. Und doch wurden wir auch hier unterstützt – von unserer Nachbarin, die ich liebevoll unsere „Kräuterhexe“ nenne.
Sie bot uns immer wieder ihre Hilfe an – ruhig, unaufdringlich, selbstverständlich. Besonders bemerkenswert war für uns der Moment, als sie per Fernanalyse sowie Bioresonanzverfahren eine Diagnose stellte und sowohl den Leidens- als auch den Genesungsweg unseres Hundes beschrieb. Zu einem Zeitpunkt, als wir selbst aus der Klinik noch nicht alle Details kannten.
War es Zufall? Hexerei? Mentalismus? Übersinnlichkeit? Wir wissen es nicht. Aber wir mussten uns eingestehen, dass wir immer wieder erstaunliche Parallelen zu ihren Ausführungen wiedererkannten.
Ein großes Dankeschön auch an dich, Astrid. Du hast dich immer wieder für Hund eingesetzt – selbst dann, wenn wir nicht immer ganz sicher waren, ob deine Hexerei wirklich wirkt … oder ob wir einfach lernen mussten, offener zu sein.
Ein weiteres Kapitel begann über eine Facebook-Gruppe. Dort lernte ich Katharina kennen. Sie entwickelte die sogenannte Pfotenastrologie – ein tiefenpsychologisches Werkzeug, um die innere Landkarte eines Tieres zu entschlüsseln. So ihre Worte.
Mein erster Gedanke war zugegebenermaßen wenig schmeichelhaft: „Noch so eine Verrückte, die mit Quatsch Geld verdienen will.“ Sie bot Gruppenmitgliedern eine kostenlose Analyse an. Was soll’s – schaden kann es ja nicht, dachte ich mir und gab Katharina lediglich Geburtstag, Geburtszeit und -ort unseres Hundes sowie eine knappe Information zu „einer“ Erkrankung.
Was dann kam, hatte nichts mit „Im Frühling findet dein Hund seine große Hundeliebe“ oder „Im vierten Monat des zweiten Halbjahres steht ein neuer Trainingsplan an“ zu tun.
Ganz im Gegenteil.
Katharina beschrieb unseren Hund erstaunlich präzise: seinen Charakter, seine Macken, seine Eigenheiten – und sogar seinen Leidensweg. Zum zweiten Mal waren wir verblüfft. Etwa 90 % ihrer Aussagen trafen zu. Wir erkannten unseren Hund in ihren Worten wieder. Auch ihre astrologischen Erklärungen, warum unser Hund erleiden musste, was er erlitt, deckten sich auffallend mit der vorherigen Fernanalyse unserer Nachbarin Astrid.
Für uns – als Hundeeltern und für mich ganz persönlich auch als Trainer – war das eine wertvolle Erfahrung. Ihre Analyse half uns, das Wesen unseres Hundes noch besser zu verstehen. Sie lehrte uns, ihm in manchen Situationen einfach mehr zu vertrauen. Und mir als Trainer ermöglichte sie, noch gezielter auf ihn einzugehen, sensibler zu arbeiten und dadurch effektiver mit ihm zu trainieren.
Liebe Katharina, auch dir sagen wir von Herzen Danke. Du hast nicht nur eine Analyse über unseren Hund erstellt – sein Leidensweg hat dich ebenso emotional berührt, dass du dir die Mühe gemacht hast, einen eigenen Artikel über ihn zu verfassen. Einen Artikel, der den meinen ergänzt und die astrologische Seite unseres Hundes und seiner Krankheit noch einmal auf besondere Weise beleuchtet – präzise, einfühlsam und tiefgehend. Hier geht es zu Katharinas Artikel: „Ein Hund namens Hund“.
Was bedeutet – Medizin einfach erklärt
(1) Lumbalpunktion
Eine Lumbalpunktion beim Hund ist ein neurologischer Eingriff, um Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) zu entnehmen, die dann auf Entzündungen (z. B. Meningitis), Infektionen, Tumore oder Blutungen untersucht wird.
(2) SRMA
SRMA steht für Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis
und ist eine Autoimmunerkrankung der Hirnhäute und Gefäße.
- Steroid-Responsive
Die Erkrankung spricht gut auf Steroide / Kortison an,
die das Immunsystem unterdrücken. - Meningitis
Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute - Arteriitis
Entzündung der Arterien, also der Blutgefäße
Typische Symptome sind:
- Fieber (oft 39 – 41 °C)
- Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Teilnahmslosigkeit
- Licht- oder Lärmempfindlichkeit – dadurch Rückzug / Isolation
- Nacken- und Rückenschmerzen – dadurch Schmerzen bei Berührung oder Bewegung
- Steifer Gang, gebückte Haltung
- Verweigert Aufstehen oder springt nicht
- Neurologische Ausfälle wie Koordinationsstörungen
Kurz gesagt:
Das Immunsystem des Hundes erkennt körpereigenes Gewebe als „fremd“ und greift aus Versehen seine eigenen Hirnhäute (Meningen) und Blutgefäße (Arterien) an.
Davon Betroffen sind hauptsächlich junge Hunde im Alter von 6 – 18 Monate.
(3) Perakute Blutung
Eine perakute Blutung beim Hund bedeutet eine extrem plötzliche und rasch fortschreitende Blutung, oft intern, die innerhalb von Stunden oder Minuten lebensbedrohlich wird und sofortige tierärztliche Hilfe erfordert.
(4) Tetraparese
Eine Tetraparese beim Hund ist eine unkomplette Lähmung oder Schwäche aller vier Gliedmaßen (Beine), die durch eine Schädigung des Rückenmarks oder Gehirns verursacht wird und zu Bewegungsstörungen bis hin zu vollständiger Lähmung führen kann.
(5) Okuläre Blutung
Eine okuläre Blutung beim Hund ist eine Blutung im oder am Auge und ein tierärztlicher Notfall, der verschiedene Strukturen wie Bindehaut, vordere Augenkammer, Glaskörper oder Netzhaut betreffen und schädigen sowie dadurch zur Erblindung führen kann.
(6) CRP
C-reaktives Protein beim Hund ist ein wichtiger unspezifischer Entzündungsmarker im Blut, der bei Gewebeschäden, Infektionen oder Tumoren schnell ansteigt und als Frühindikator für Entzündungen dient, um den Verlauf einer Krankheit und die Wirksamkeit einer Therapie zu überwachen.




